Mit dem Projekt „Obstgarten Farnsberg“ wollen sechs Bauern und drei lokale Natur- und Vogelschutzvereine im Rahmen des Programms “Artenförderung Vögel Schweiz‘ des Schweizer Vogelschutzes und der Schweizerischen Vogelwarte Sempach gemeinsam Anstrengungen zur Erhaltung der Vogelwelt von Obstgärten unternehmen. Das Vorhaben wird zudem unterstützt vom Amt für Landwirtschaft des Kantons Baselland.
Die im Projektgebiet liegenden Obstgärten gehören zu den wertvollsten der Schweiz. Aber auch hier haben sich anspruchsvolle Obstgartenvögel wie der Wiedehopf verabschiedet. Damit anderen wie dem Gartenrotschwanz und dem Rotkopfwürger nicht dasselbe Schicksal droht, werden Landwirte und Vogelschützer aktiv.
Die dramatische Abnahme der Feldobstbäume ist einer der Hauptgründe für das Verschwinden vieler Obstgartenvögel. In den letzten 50 Jahren sank die Zahl der Hochstamm-Obstbäume in der Schweiz von 15 Millionen auf heute ca. 3,5 Millionen. Wo früher Obstbaumwälder standen, finden wir heute aufgesplitterte, von Strassen zerschnittene Restbestände. Besonders gravierend für viele Bewohner dieser Hochstamm-Obstgärten wirkt sich die intensive Nutzung der Wiesen und Weiden unter und neben den Bäumen aus: Weniger Blumen und eine dichte, artenarme Grasnarbe bieten Insekten nur wenig Lebensraum. Für Vögel wie den Gartenrotschwanz und den Rotkopfwürger, die auf den Bäumen brüten, ihre Nahrung jedoch vorwiegend am Boden erbeuten, heisst das: kaum mehr Nahrung. Wo Insekten noch vorhanden wären, erschwert die dichte, schnellwüchsige Bodenvegetation die Suche nach ihnen.Vogelfreundliche Verhältnisse herrschen in Obstgärten mit extensiver Beweidung. Im Projektgebiet wird sie bereits durchgeführt. Stets sind hier Teilbereiche kurz abgefressen, was den Vögeln eine problemlose Suche nach ihrer Nahrung erlaubt. Kuhfladen und eine grosse Vielfalt an Pflanzen sind Lebensgrundlage für viele Insekten, welche von den Vögeln erbeutet werden. Bereits kleinere Massnahmen können helfen: Zum Beispiel den Boden durch Bearbeitung kleinflächig offen halten, gestaffelte Mähnutzung, den Pflanzgarten in die Nähe des Obstgartens legen, Nistkästen aufhängen und vieles mehr. Die Förderung der Insektenvielfalt und -masse steht bei all diesen Massnahmen im Zentrum. Auch Neuanlagen von Blumenwiesen und Buntbrachen sind sehr geeignet, um dies zu erreichen.
Aus Sicht der bedrohten Vögel ist klar: Zu ihrer Bewahrung braucht es mehr, als nur die bestehenden Bäume zu erhalten und allenfalls einzelne neue zu setzen .Vielmehr sind gezielte weitergehende Massnahmen gefragt, und vor allem braucht es offene, motivierte Bauern mit Sinn für die Natur. Auf dass sich vom Aussterben bedrohte Arten von Flora und Fauna hier wieder heimisch fühlen.Links zu: